Mittwoch, 17. Mai 2017

Folly Beach


Folly Beach ist der "Stadtstrand" von Charleston - und genauso, wie wir es für unsere abendlichen Beach Walks lieben: In jede Richtung meilenweit breiter Sandstrand, flach abfallendes, warmes Wasser und nur wenige Strandläufer.



Immer wieder mal zieht ein Schwarm Pelikane in mehr oder weniger sauberer Formation über uns hinweg.



Eine einsame Qualle haben wir am endlosen Strand entdeckt - ein ziemlich schönes Exemplar, wie ich meine:


Und wenn der unbedarfte Strandbesucher nicht aufpasst, kann es sein, dass sich ein paar freche Möwen an den Chips bedienen...









Zum Abschluss des Tages gab es auf dem idyllischen James Island County Park Campground
"Flounder almond crusted" vom Grill. Hmmmmm....


Auf dem Campground haben wir Leonard und Bonnie aus Ventura/Kalifornien getroffen. Sie sind wie wir mit einem kleinen Class B Camper unterwegs, haben uns begeistert von ihrer vierwöchigen Reise durch ganz Deutschland vor drei Jahren erzählt - sie heißen sinnigerweise "Herbst" mit Nachnamen, (Leonard ist aber in San Diego geboren).  Die beiden sind vor vier Wochen in Kalifornien aufgebrochen und wollen auf dieser Reise auch wie wir bis nach Kanada hoch. Allerdings haben sie noch viel länger Zeit als wir: Sie wollen erst Ende August wieder zu Hause sein.





Auf der Fahrt heute haben wir zufällig ein Hinweisschild zu einer historischen Plantage - Hampton Plantation - gesehen und sind spontan abgebogen.


Nicht so groß und prachtvoll wie das aus "Vom Winde verweht" bekannte "Tara" aber immerhin schon beeindruckend. Ein für den Alten Süden typisches weißes Herrenhaus aus dem Amerika vor dem Bürgerkrieg, umgeben von einem Park mit Magnolien und Baumgiganten, von denen zum Teil Spanisches Moos herunterhängt. Außen herum waren - wie man auf Bildtafeln sehen und nachlesen kann -  früher riesige Reisfelder, die aber jetzt verwildert sind.



Ins Haus hinein konnten wir nicht, wir sind ein bisschen im Park umher gelaufen und dann weiter gefahren, unserem nächsten Ziel, Myrtle Beach, entgegen.
Denn: "Morgen ist ein neuer Tag!"





Dienstag, 16. Mai 2017

Charleston


Charleston, die charmante Südstaatenstadt, auf einer Halbinsel zwischen dem Ashley River und dem Cooper River gelegen, hat uns vom ersten Augenblick an verzaubert! Hier spürt man den "Alten Süden" noch mit allen Sinnen - war nicht Rhett Butler aus Charleston?




Praktischerweise haben wir wieder am Visitor Center geparkt und sind kreuz und quer durch die Old Town gelaufen, King Street, Meeting Street, Market Street bis runter zum Hafen. Dort haben wir auf der Fishing Pier eine freie Schaukelbank entdeckt und eine kleine Pause eingelegt.





Später auf unserer Walking Tour sind wir nochmal zum Womo vor dem Visitor Center zurück gelaufen, um unsere Power Bank zu holen. Da winkt uns plötzlich eine ganze Gruppe fröhlicher Menschen zu und ruft: "Hallo Würzburg!"Kaum zu glauben: stehen da auf einmal mindestens zehn Würzburger vor uns. Sie waren alle letzte Woche zum runden Geburtstag einer Tante in Ohio eingeladen und nutzen nun die Gelegenheit, die Ostküste bis nach Miami runter zu fahren.
Unser Womo hatten sie schon vorher entdeckt und haben sich nun riesig gefreut, uns auch noch persönlich anzutreffen.



Irgendwann haben wir an einer Bar in der East Bay Street eine Pause eingelegt und einen Cocktail getrunken. Praktisch: Hier findet sich immer jemand, der anbietet, ein Foto zu machen :-)





Gegen Abend sind wir dann nochmal zum Waterfront Park gelaufen, weil es uns da bei unserem Rundgang schon so gut gefallen hat.




Es war schon dunkel, als wir endlich zum Wohnmobil zurück kamen und nur durch Zufall haben wir den Zettel an der Windschutzscheibe noch gefunden:




Montag, 15. Mai 2017

Beaufort und Edisto Island



Kurz nach Savannah haben wir die State Line nach South Carolina passiert - der letzte noch fehlende Sticker an der Ostküste.


Unser erstes Ziel war Beaufort - wird hier "Bjufort" ausgesprochen, die zweitälteste Stadt South Carolinas.


Hier unsere Südstaatenvilla ;-)

und noch einige andere herrschaftliche Häuser im Historic District:




Nach dem Stadtbummel wollten wir auf den im Reiseführer wunderschön beschriebenen State Park Campground auf Hunting Island, einer vorgelagerten Insel. Dazu muss man sagen, dass die Küste hier sehr zerklüftet ist und es keine eigentliche Küstenstraße gibt. Man muss immer auf Stichstraßen ans Meer fahren.



Als wir auf Hunting Island ankamen, fanden wir keinen Campground vor. Der anwesende Park Ranger berichtete uns, dass der Hurrican Matthew letztes Jahr im Oktober den gesamten Campingplatz, inklusive der vier Duschhäuser, zerstört hat! Momentan würde der Platz neu aufgebaut werden und er hoffe, dass er im Juni wieder benutzbar sei.

Bei einem kurzen Rundgang auf der Insel konnten wir uns selbst vom Ausmaß der Zerstörung überzeugen.


Wir sind also die ca. 20 Meilen nach Beaufort zurück gefahren und auf der Country Road 17 weiter Richtung Charleston. Mittendrin geht eine Stichstraße nach Edisto Island, wieder ca. 20 Meilen bis zum Meer. Dort soll es ein subtropisches Paradies geben, den Beach State Park. Auch hier finden wir noch die Überreste der Verwüstung vor.
Der State Park hat eigentlich zwei Campingplätze zu bieten: einen etwas zurückgesetzt im Wald, auf dem wir den vorletzten Platz ergattern, den zweiten direkt am weitläufigen Strand, doch auch diesen gibt es im Moment nicht mehr.


Direkt hinter diesen Palmen war einmal der Beach Campground. Der Bereich ist zur Zeit abgesperrt und wird neu gestaltet. Er soll ab September wieder benutzbar sein.


Der Strand ist ein Traum und das Bad im Atlantik angenehm warm.






Samstag, 13. Mai 2017

Tybee Island



Wir sind immer noch im Skidaway State Park, vertreiben uns die Zeit mit  Radfahren, Wandern, verschiedenen Ausflügen oder einfach mal Relaxen.






Am Abend gibts meist was Leckeres vom Grill:


Gleich bei unserer Ankunft hier auf dem Campground haben wir Carolyn, die Park Rangerin,  kennengelernt. Sie hat uns erzählt, dass sie 1964 (!) als junge Frau mit ihrem Mann in Deutschland, "in Schweinfurt!" war. Sie war natürlich begeistert, dass wir aus Würzburg kommen. Seitdem winkt sie immer schon von weitem und ruft auf Deutsch "hallo Frau Fertig!" und nutzt jeden Begegnung, uns alle möglichen Geschichtchen aus ihrem Leben, die Bezug zu Deutschland haben, zu erzählen. So zum Beispiel, dass die erste Deutsche, die sie kennengelernt hat, die Mutter ihrer besten Schulfreundin war, eine "war bride".
Carolyn macht alles möglich, dass es uns hier gut geht und gefällt. Sie gibt uns gute Tipps für Ausflüge und hat sogar irgendwie organisiert, dass wir übers Wochenende hier bleiben können, obwohl der Platz total ausgebucht war. Irgendwie hat sie uns in ihrem Computer hin und her geschoben - und es hat geklappt.
Danke Carolyn, es ist immer wieder toll, solche Menschen zu treffen!


So sieht die Gegend hier rings um Savannah aus.


Landschaftlich wunderschön, doch leider gibts auch jede Menge "no-see'ums" und "black flies" die beißen und zwicken.
Was hat eigentlich Scarlett O'Hara gegen die Biester unternommen? Die hatte immer so eine makellose Haut , nicht mit Mückenstichen verunziert ;-)


Gestern hatten wir einen tollen Tag auf Tybee Island, der nördlichsten Georgia vorgelagerten Insel. Hier mündet der Savannah River in den Atlantik und man kann bis South Carolina blicken.






Wir waren erstaunt, wie belebt es rings um den Pier war.
Ist man aber ein bisschen weiter gelaufen, wurde es gleich ruhiger.



Über Minisandhügel konnte man ein gutes Stück in den Tybee Creek hinein laufen, als sie aber immer mehr überspült wurden, sind wir lieber zurück gegangen ;-)



... und weil es draußen gerade gewittert und schüttet - gehört für uns nach den vergangenen schwülen Tagen irgendwie auch zum "Southern feeling" - ist die Gelegenheit günstig für einen Blogeintrag .....