Freitag, 10. Mai 2019

Omaha/Nebraska



Nachdem die Aktion bei Camping World relativ schnell erledigt und es noch früh am Abend war, haben wir uns in Council Bluffs an der Riverside einen Parkplatz gesucht und sind zur Rob Kerrey Pedestrian Bridge gelaufen, die über den Missouri River nach Omaha führt. Wir sind also von Iowa nach Nebraska gelaufen!





Wir hatten starke Gefühle dabei, so mitten über dem längsten Fluss der USA - er ist länger als der Mississippi, in den er bei St Louis fließt - zu stehen und darüber nachzudenken, was "the old Big Muddy" schon alles gesehen und erlebt hat.



Dann war es höchste Zeit, sich nach einem Übernachtungsplätzchen umzusehen.

Leider waren noch alle State Parks entlang des Flusses geschlossen, weil sie wegen der schlimmen Flut im März teils noch überschwemmt bzw. beschädigt sind. Bedingt durch Schneeschmelze und heftige Regenfälle hatte das Hochwasser des Missouri heuer Rekordwerte erreicht und weite Teile Nebraskas, South Dakotas und Iowas überschwemmt.

Es war schon spät, als wir endlich eine "Notunterkunft" für die Nacht gefunden hatten.

Da wir Omaha nicht so anziehend fanden und auch der Reiseführer nicht viel vorgeschlagen hat, sind wir nach dem Frühstück dann gleich weiter gefahren. Über Country Roads ging es nach Norden durch die hügelige Prärie Nebraskas, im Radio lief zufällig Country Music.



Immer wieder wurden wir mit den Überschwemmungen konfrontiert, teils waren Straßen in der Nähe des Flusses noch gesperrt.



 Unterwegs haben wir mal angehalten und sind ein Stück am Missouri entlang gelaufen...


 ... in Sioux City haben wir das Lewis and Clark Interpretive Center besucht.


Die Lewis-und-Clark-Expedition (1804 bis 1806) war die erste amerikanische Überlandexpedition  zur Pazifikküste und zurück.

Eine Gruppe aus 33 Männern begann ihre historische Reise auf den drei Booten unter der Führung von William Clark von Camp Dubois aus. Sie traf sich bald mit dem aus St. Louis anreisenden Meriwether Lewis in Saint Charles, einem der letzten besiedelten Orte in der Nähe der Mündung des Missouri in den Mississippi. Mehr als 40 Mann folgten dem Missouri River westwärts. Lewis ging tagsüber oft zu Fuß und studierte die Pflanzen und Tiere, während Clark die Mannschaft auf den Booten kommandierte und Landkarten anfertigte.


Wir konnten uns fast nicht loslösen von den beeindruckenden Schilderungen und anschaulichen Exponaten.

 Aber wir mussten weiter, unser Tagesziel war noch fast 100 Meilen weit entfernt.


Auf dem KOA Campground in Sioux Falls haben wir uns dann häuslich niedergelassen und ein leckeres Abendessen gekocht: ein Chilli aus Bisonfleisch! Hmmmm: würzig-bissig-wild.


Und als sich der Abendhimmel langsam orange-rot gefärbt hat wussten wir: Jetzt sind wir wirklich im Wilden Westen angekommen :-)




Donnerstag, 9. Mai 2019

Des Moines



In Des Moines hatten wir einen ganz besonderen Campingplatz gefunden: den Iowa State Fairgrounds Campground, ein riesiges Messegelände mitten in der Stadt gelegen mit über 1000 (!) Campsites, die hauptsächlich für Events und Festivals dort gedacht sind. So kam es auch, dass wir fast ganz allein mitten auf dem Hügel über der Stadt standen.


Das Gelände, das ursprnglich für Landwirtschaftsmessen bestimmt war, ist so unglaublich schön, dass wir uns gewünscht haben, hier einmal während eines Events zu sein.






Am Nachmittag hat uns Susan zu einer Stadtrundfahrt abgeholt, später waren wir bei Matt und Nicole zu Hause und am Abend sind wir zu fünft- Nicole musste leider in der Klinik arbeiten - in die "Exile Brewery" zum Essen gegangen, es gab Burger in allen Variationen.
Wir hatten eine richtig schöne Zeit zusammen. Danke Susan und Greg, dass ihr die weite Fahrt auf euch genommen habt :-)



Den ganzen Tag über haben wir nebenbei immer wieder vergeblich versucht, mit Cruise America wegen unserer defekten Wasserpumpe Kontakt aufzunehmen. Endlich am Spätnachmittag haben wir eine Dame aus dem Service Team erreicht, die versucht hat, uns am Telefon anzuleiten, die Sicherungen zu tauschen. Doch alle Bemühungen waren umsonst, die Pumpe lief nicht. Auf dem Campground ist das auch kein Problem, da wir an der Stadtwasserleitung angeschlossen sind. Aber auf dem flachen Land - und wir haben ja jetzt vor, mitten durch die Prärie zu fahren - ist es nicht selbstverständlich, dass die Campgrounds an jedem Platz Anschlüsse haben. Und auch tagsüber unterwegs geht gar nichts, kein Händewaschen, keine Toilettenspülung, nichts.

Das Problem hat uns auch in der Nacht noch beschäftigt, während es draußen wie aus Kannen gegossen hat. Jedenfalls ist das Wohnmobil jetzt wieder blitzsauber ;-)


Gleich nach dem Frühstück haben wir wieder mit Jennifer von Cruise America, die wir inzwischen schon gut kennen ;-) Kontakt aufgenommen, gleichzeitig mit CANUSA in Hamburg, mit der Bitte, sich um das Problem zu kümmern. Von überall kamen freundliche Antworten, aber keine Hilfe.
Irgenwann bei der dritten Nachfrage heute meinte Jennifer, wir sollten neue Sicherungen kaufen und einsetzen, sie sei sicher, dass die Pumpe dann ginge. Das haben wir umgehend gemacht: Fehlanzeige. Beim nächsten Anruf bei Cruise America sagte man uns, Jennifer wäre nun nicht mehr im Hause...
In Hamburg bei CANUSA war inzwischen Feierabend! Fast gleichzeitig kam aber eine E-Mail von Jennifer, in der sie wissen wollte, wie unsere weitere Fahrtroute verlaufen würde, da sie sich nach einem Service auf der Strecke umsehen wolle. Bei Wind und Regen fuhren wir dann los Richtung Omaha und haben nichts mehr gehört.




Irgendwann während der Fahrt kamen wir auf die Idee, nach einer Camping World Station in der Nähe zu suchen, damit haben wir 2016 in Flagstaff schon mal gute Erfahrungen gemacht.
Bingo! In Omaha gibt es eine. Also wieder an Jennifer geschrieben und nachgefragt, ob wir dorthin fahren und den Fehler überprüfen lassen können. Umgehend kam die Antwort: "Absolutely! That is great!" Ok. Gas geben und nach Omaha düsen. Bedenklich dabei war allerdings, dass das Womo bei der Geschwindigkeit und dem starken Wind gefährlich auf dem Hwy hin und her schwankte. Aber wir haben es geschafft, Um vier waren wir bei Camping World; wir wurden schon erwartet, weil Jannifer inzwischen angerufen und uns angekündigt hatte. Sie war offenbar immer noch im Haus ;-)


Eine Stunde später war alles erledigt. Eine Steckverbindung (hinter der Mikrowelle!) hatte sich gelöst. Juhu! Wir haben fließendes Wasser im Wohnmobil!

Aber die Jungs haben jede Menge Dreck reingetragen, so dass heute Abend erst mal wieder Putzaktion angesagt ist ;-)



Dienstag, 7. Mai 2019

Die überdachten Brücken von Madison County

Winterset war gestern deshalb unser Tagesziel, weil wir schon immer gesagt haben, wenn wir mal nach Iowa kommen, wollen wir zu den überdachten Brücken von Madison County.



Als wir gestern Abend im strömenden Regen nach Winterset gefahren sind, haben wir am Straßenrand ein Hinweisschild zur Holliwell Covered Bridge gesehen und sind ihm gefolgt...


... über richtige Country Roads fuhren wir zum Middle River...



... und genau deswegen sieht das Wohnmobil jetzt auch nicht mehr so schön sauber aus ;-)

Der Anblick, der sich uns dort geboten hat, war unglaublich überwältigend! Eine fantastische Abendstimmung!


Gleich haben wir uns in den Film "Die Brücken am Fluss" aus den 90ern mit Meryl Streep und Clint Eastwood zurückversetzt gefühlt :-)









Heute Früh gleich nach dem Frühstück haben wir im Nieselregen einen Spaziergang durch den City Park gemacht und die dort wiederaufgebaute Cutler-Donahoe-Covered Bridge angeschaut. Das war natürlich nicht so beeindruckend wie gestern die Brücke am Originalstandort zu besichtigen.






Dafür hatten wir dann noch ein ganz besonderes Highlight vor uns:



Und jetzt stehen wir gerade hier an der Roseman Bridge, Schauplatz aus dem berühmten Film, und wir sind beeindruckt und berührt hier an diesem Ort zu sein.



Einige Menschen haben wohl die Asche ihrer Lieben im Fluss unterhalb der Roseman Bridge verstreut, wie im Film die von Francesca Johnson und Robert Kincade. Ergreifende Inschriften innerhalb der Brücke zeugen davon. Aus Respekt haben wir solche natürlich nicht fotografiert.





Minnesota



Wir sind gut angekommen.
Diesmal war es genau umgekehrt: Wir haben Deutschland bei Eiseskälte mit Minusgraden in der vorrangegangenen Nacht verlassen und wurden in Minneapolis nach über 13 Stunden Flug mit Sonnenschein und angenehmen 17 Grad empfangen. Leider ist für die nächsten Tage aber Regen und Sturm geneldet.
Bei der Zwischenlandung in Chicago am Sonntag haben wir eine nette Überraschung erlebt:  Wir standen in einer mehrere hundert Meter langen Schlange für die Immigration an, als uns plötzlich ein freundlliches Gesicht entgegenlächelt. Unglaublich, es war Cora, die wir bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hatten. Das wr wirklich eine Freude und die Begegnung hat uns die Wartezeit angenehm verkürzt.

Nach einer Nacht in einem Airport Hotel in Minneapolis haben wir dann früh gleich in Hastings unser funkelniegelnagelneues Wohnmobil abgeholt.


Es ist wirklich top, innen wie außen.




Leider haben wir unterwegs erst festgestellt, dass die Wasserpunmpe nicht funktioniert. Jetzt müssen wir heute mal schauen, wie wir das geregelt kriegen.

Dann ging es auch schon gleich los, zuerst ein Stück am Mississippi entlang, der hier noch ein Flüsschen ist, mit dem ersten Ziel: Prescott/Wisconsin,




Dafür gibt es auch einen Grund:Wir sind uns nämlich beide nicht sicher, ob wir schon mal in Wisconsin waren oder nicht ;-) 2004 haben wir mit den Kindern von Kanada aus eine Tour zum Lake Superior gemacht und sind in Duluth über die Brücke gelaufen, Aber ob wir damals wirklich über die Grenze gekommen sind? Jetzt waren wir wirklich in Wisconsin und unser USA-Puzzle trägt den Sticker zurecht!


Hier ist er nochmal in voller Größe, der schöne RV! Und so sauber. Das sollte bis zum Ende des Tages nicht so bleiben ;-)



Anschließend sind wir nochmal zurück nach Minneapolis gefahren, um einzukaufen und auf unsere Internet-Box Daten laden zu lassen.

Verizon haben wir in der Mall of America gefunden, einem riesigen Abenteuerspielplatz:



Und gleich in der Nähe, das hatten wir schon zu Hause herausgefunden, ein Trader Joe's!





Danach war der Kühlschrank gefüllt und die Reise konnte wirklich beginnen.
Auf der 35 South kerzengerade in den Süden Richtung Iowa, denn morgen wollen wir uns dort mit Susan und Greg treffen, die aus Mt. Zion in Illinois anreisen - über 330 Meilen, ein 6-Stunden-Trip! In Des Moines leben ihr Sohn Matt und dessen Frau Nicole.


Es lief richtig gut und viel früher als geplant - wir hatten eigentlich vor, noch irgendwo in Minnesota zu übernachten - passierten wir die Staatsgrenze nach Iowa.
Wie man sieht, wurden unterwegs die Wolken schon dichter und irgendwann kamen wir durch eine Regenfront.
Es war immer noch früh und Hartmut war fit - der "darf" nämlich die ganze Strecke alleine fahren, weil ich meinen Führerschein zu Hause vergessen habe - so ließen wir Des Moines links liegen und fuhren weiter auf der 35 South um die Nacht in Winterset zu verbringen, einem verschlafenen nostalgischen Städtchen, in dem nebenbei bemerkt John Wayne geboren ist.




Der kleine Campground direkt neben dem City Park, hatte dankenswerterweise an jedem Platz Wasseranschlüsse, so konnten wir das Wohnmobil koppeln und konnten auf die Wasserpumpe verzichten.



Mittwoch, 1. Mai 2019

Die nördlichen Präriestaaten - zweiter Anlauf



Wie unschwer auf unserer USA-Sticker-Karte zu erkennen, fehlen uns in unserer Sammlung bereister US-Bundesstaaten noch die nördichen Präriestaaten (und natürlich auch noch Hartmuts großer Traum: Alaska!).
Letztes Jahr hatten wir diese Reise in den "Wilden Westen" schon einmal geplant, aber dann hat uns Chicago im März mit einem eiskalten Schneesturm empfangen und wir haben spontan umdisponiert um lieber den tiefen Süden zu bereisen ;-)

Nun starten wir einen neuen Versuch: Am Sonntag gehts los! Wir fliegen über Chicago nach Minneapolis und werden dort am Montag ein fabrikneues Wohnmobil übernehmen. Dann wollen wir vom Mississippi aus durch die Prärie Richtung Rocky Mountains bis zum Yellowstone Nationalpark fahren. Dort ist es momentan auch noch ziemlich frisch mit vereinzelten Schneeschauern. Aber es dauert ja auch noch ein Weilchen, bis wir hinkommen.


Ihr hört von uns!